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Wandersegelflug 2019

Wandersegelflug 2019 – Bericht Nr. 1 aus der Sicht von Martin

9000km in 5 Tagen mit dem Segelflugzeug
Die schönste Zeit des Jahres nähert sich, da heißt es nun: Packen für den Wandersegelflug.
Wie auch in den letzten Jahren ist alles bestens vorbereitet und die Telefonleitungen der
Wandersegelflieger laufen heiß um die letzten Details abzustimmen.
Dieses Jahre gehen wir, das sind Sepp mit Co-Pilot Torsten, Günther, Hans und Martin auf
Tour. Der Startort wurde per Abstimmung festgelegt, mit 4:1 wurde Geratshof gewählt, da
hatte wohl Martin aus Sindelfingen keine Chance gegen die 4 Geratshofer gehabt. Der DWD
verspricht 1000er Wetter für den 02.07., somit steht der Starttermin auch schon fest.
Am 02.07. komme ich, Martin, mit dem Discus fein säuberlich verpackt im Anhänger zum
Geratshof angereist, direkt vom schönen blauen Himmel bei Ulm nimmt der Bedeckungsgrad
bis zum Geratshof stetig zu. Somit kann auf die Sonnencreme noch verzichtet werden.
Angekommen am Geratshof gibt es ein großes „Hallo“, da wir uns in dieser Konstellation
schon länger nicht mehr gesehen haben.
Nun heißt es aufrüsten, Flieger aus der Halle aufräumen und alles einpacken für den
Wandersegelflug. Torsten kann nur 1 Tag mitfliegen, so dass die Aussicht besteht, den 2. Sitz
im Arcus von Sepp für die nächsten Tage als Stauraum zu nutzen. Somit müsste
schlimmstenfalls nur ein Flug mit Gepäck auf dem Schoß bestritten werden. Nichts desto trotz
gelingt es, alles gut zu verstauen, so dass dem Fliegen nichts mehr im Wege steht. Fast nichts
mehr im Wege steht: Das Wetter müsste sich noch bessern. Bei 100% Bedeckung und keinem
Anzeichen von Thermik heißt es nun erstmal warten. Nicht so schlimm, das heutige
Etappenziel ist Daun in der Eifel. Die 400km sollten somit auch bei einem späten Start locker
zu schaffen sein. Gegen kurz vor 13:00 Uhr lokal komme ich per F-Schlepp in die Luft, die
anderen Maschinen starten wenig später per Eigenstart. Die Thermik ist schon vorhanden,
wenn auch etwas schwach. Immerhin gelingt es ein paar Meter zu steigen. Bei Basishöhen
von knappen 1000m GND wird sich nun vorsichtig weiter voran getastet. Leider bringen die
angeflogenen Wolken nicht das erhoffte starke Steigen, so dass in der Hoffnung doch noch
etwas Besseres zu finden stets weiter geglitten wird. Irgendwann ist dann jedoch der Boden so
nahe, dass Günther und ich uns entscheiden in einem mächtigen 0,2er Aufwind einzusteigen,
stets den DWD Bericht vom 1000er vor den Augen. Meint der DWD vielleicht, dass heute
1000m in der Thermik gestiegen werden kann? Oder sind wir nur noch nicht im guten Wetter
angekommen? Sepp und Hans fliegen mutig weiter. Nach vielen Minuten im Aufwind können
wir gute 100 Höhenmeter gewinnen. Also auf zur nächsten Wolke, es kann nur besser werden.
Gutes Wetter: Wir kommen! So geht es also weiter Richtung Gundremmingen, von dem
Günther herb enttäuscht wird. Der erwartete Aufwind bleibt aus. Ich habe es besser erwischt
und kurbelt mit der natürlichen Öko-Thermik im 2m Bart. Es scheint also doch noch besser zu
werden. Sepp und Hans sind mittlerweile etwas voraus. Ich gebe Gas und treffe Sepp bei
Heidenheim im 3,5m Bart. Zusammen geht es im richtig guten Wetter bei Basishöhen bis
2000m weiter Richtung Daun. Nun kommt das Beschränkungsgebiet von Stuttgart, unter dem
hindurchgetaucht wird. Die Wolken bringen immer noch Steigen, es lässt jedoch schon
deutlich nach. Beim Ausflug aus dem Sektor bei Murrhardt haben sich dann auch alle Wolken
Richtung Kurs bereits aufgelöst. Das war´s mit dem 1000er Wetter. Man müsste geschätzt in
diesem Steifen 50-mal hin- und herfliegen. Das entspricht jedoch nicht unserem Anspruch,
und so fliegen wir alle mittlerweile solo durch die Gegend und sind nur noch per Funk im
Kontakt. Das sollten wir wieder ändern, sonst stehen die Chancen im Blauen schlecht.
Nachdem nun jeder bei Heilbronn wieder Höhe gemacht hat, treffen wir uns über dem
Sinsheimer Stadion. Leider komme ich etwas zu spät, so dass der Bart nicht mehr trägt und
ich somit deutlich tiefer abfliegen muss. Es bilden sich nun 2 Gruppen, Sepp + Torsten mit
Hans sowie Günther mit Martin. Sepp und Hans sind etwas voraus und geben stets die
Position der nächsten Bärte an. Leider hilft das wenig, da ich so tief nim, dass die Bärte nicht
in Reichweite liegen. Nach einem Absuchen der Hangkante bei Heidelberg geht es dann mit
ein paar schwachen Aufwinden für zwischendurch zum Hockenheim Ring. Dort geht es mit
3,5m nach oben. Die Hoffnung kommt zurück, der Gegenwind auch. Weiterhin stehen
25km/h Gegenwind auf der Schnauze, das macht das Vorankommen nicht einfacher. Mit der
erreichten Höhe wird die Rheinquerung in Angriff genommen. Ein, zwei Bärte und dann sind
wir im Pfälzer Wald. Günther ist etwas tiefer als ich abgeflogen, findet jedoch immer wieder
steigen, so dass wir beide im Pfälzer Wald endlich wieder auf 2000m steigen können. Sepp
und Hans sind mittlerweile 40km voraus und melden weiterhin gute Steigwerte. Also nichts
wie hinterher, es ist schon spät, und wir sollten noch vor Einbruch der Dunkelheit in Daun
ankommen. Im Pfälzer Wald geht es gut voran, jedoch versperrt nach kurzer Zeit Frankfurt-
Hahn den direkten Weiterflug. Dank Transponder von Günther kann er mich als Verbandsflug
mitnehmen und die Kontrollzone wird gequert. In der Bahnverlängerung angekommen wird
ersichtlich, wie groß der Flughafen Frankfurt-Hahn ist. Nun gilt es weiter gleiten und aus der
Kontrollzone wieder heraus zu kommen, da die Höhe ständig dahin schmilzt. Zum Glück fällt
das Gelände, so dass wir an der Mosel bei Traben Trabach noch über Hangkante ankommen.
Leider keine Thermik zu finden, so fliegen wir an den Mosel-Hängen weiter zum Kröver
Nacktarsch und bestaunen die im Bau befindliche Autobahnbrücke. Hilft jedoch alles nichts,
jetzt muss wieder Thermik her! Alle winzigen Waldkanten abgrasen und endlich, ein 0,5er
Bart erbarmt sich unser. Es ist mittlerweile 19:30 Uhr lokal und wir haben noch gute 25km
zum fliegen, ja wenn denn die Höhe ausreichend wäre. Also kurbeln im 0,5er Bart und
zusehen, wie die Entfernung von Daun wegen dem Gegenwind stets größer wird. Es hilft alles
nichts, wir sind so tief, dass keine andere Chance besteht. Sepp und Hans melden mittlerweile,
dass sie schon gut in Daun angekommen sind. Dann schaffen Günther und ich es auch noch!
Nach 30min kurbeln, oder vielleicht sogar noch länger, ist endlich Endanflughöhe erreicht.
Aufrichten und Kurs nach Daun! Es gleitet sich nun ganz entspannt dahin. Die Maare
kommen in Sicht und der Flugplatz mit seiner idyllischen Lage auf einem kleinen Hügel
zwischen zwei dieser besagten Maare. Die Höhe genügt noch für 1 -2 Kreise um den Ausblick
zu genießen, bevor dann auf der kurzen asphaltierten Bahn gelandet wird. Nach guten 8
Stunden Flugzeit haben wir alle zusammen 1600km geschafft und sind in Daun angekommen.
Was für ein Tag!
Nach dem Verzurren der Flieger geht es gleich in die von Thomas bestellte Unterkunft.
Thomas ist auch Mitglied bei den Geratshofern und hat dankenswerter Weise die
Übernachtung und auch die Schleppmöglichkeit für den nächsten Tag organisiert. Im Luxus-
Hotel angekommen bekommen wir in der Bierstube sogar noch etwas zu Essen, das
Restaurant hat bereits geschlossen. Bei Flammkuchen, Schnitzel, Bier und Saftschorle klingt
dieser Tag aus und wir fallen alle in die Betten.

Am nächsten Tag. 03.07., geht es weiter. Doch zuvor ist beim Frühstücksbuffet eine Stärkung
angesagt. Hier rächt sich nun die große Portion vom vorherigen Abendessen, dann das Buffet
ist extrem reichhaltig. Es kann nur ein Bruchteil davon getestet werden. Angefangen bei frisch
nach Wunsch gebackenen Omletts, frischen gebackenen Eierwaffeln, Wurst, Käse,
Marmeladen, Obst und unzähligen weiteren Speisen wird nun der Bauch für den
bevorstehenden Tag vollgeschlagen. Wir sind jedoch nicht auf Feinkost-Tour, sondern auf
Wandersegelflug. Daher gilt es aufzubrechen zum Flugplatz. Dort angekommen wird sofort
das Wetter analysiert. Die ersten Wolken sind bereits am Himmel zu sehen. DWD und
Skysight geben die Route vor. Ein kurzes Telefonat und es steht fest: Flug Richtung Nord-Ost
bis Fritzlar, ggfs. sogar etwas weiter, dann den Thüringer und Bayrischen Wald bis nach
Cham zum übernachten.
Gesagt – getan, Verabschieden von Torsten und einsteigen in die Flieger. Geschleppt wird mit
UL C42, trotz der kurzen Piste und den Verwirbelungen ist der Start problemlos. Interessant,
die C42 hat sogar vor dem Discus abgehoben. Nach dem Ausklinken gleich in der Thermik
Höhe machen, Günther ist auch schon zum Schlepp bereit. Sepp und Hans machen einen
Eigenstart, so dass wir alle zusammen nach kurzer Zeit an der Basis sind und abfliegen
können. Vorläufiger Wegpunkt: Fritzlar. Es läuft bestens, die Wolkenstrassen sind auf Kurs
und wir gleiten schön dahin, genießen den Ausblick auf den Rhein und Koblenz und merken
zu spät, dass die Bedeckung stets zunimmt und die Steigwerte deutlich abnehmen. So müssen
wir nun mit mäßigen 1 – 1,5m wieder Höhe machen. Es gelingt uns und die Reise geht weiter,
Fritzlar wird auch schon überflogen und Eisenach als nächstes Ziel eingegeben. Problemlos
gelangen wir zur Wartburg und steigen am nord-westlichsten Zipfel vom Thüringer Wald auf
diese Rennstrecke ein. Nicht allen gelingt der Einstieg problemlos, so muss Hans nach Süden
aus dem Thüringer Wald hinaus gleiten, um dort sein Glück zu suchen. Er findet auch wieder
Thermik und so sind wir alle vier bei Suhl zusammen an der Basis. Der Thüringer Wald geht
super und wir rasen die bewaldeten Hügel entlang. Ein kurzer Blick auf das Ober- und
Unterbacken der Goldisthal Sperre und schon ist Sonneberg in Sicht. Der Blick weiter
Richtung Südosten ist hervorragend, da nicht mehr gestört von Wolken. Es sind nur noch ein
paar Einzelne über dem Fichtelgebirge zu sehen. Also nochmals bis zur Basis kurbeln und
dann abgleiten. Das Fichtelgebirge funktioniert gut und wir können dort auf über 2000m
steigen. Jetzt sind nur in der Ferne noch Flusen zu erkennen. Macht nichts, wir sind zu viert
und einer wird schon was finden. Es geht auf zu langen Gleitflügen, bei denen ich mir in
meinem Discus wie in der 1. Reihe im Kino vorkomme. Stets muss ich nach oben schauen,
um die Kollegen zu sehen. Es bahnt sich schon eine Genickstarre an. Zum Glück hebt es und
wir können einkreisen. Geduldig warten die Mitflieger auf mich, bis ich auch wieder oben
angekommen bin. So geht es weiter bis zum Bayrischen Wald, entlang der tschechischen
Grenze und schließlich bis zum großen Arber. Dort noch Endanflughöhe erkurbeln und
abgleiten zurück nach Cham. Sepp ist glücklicherweise etwas früher gelandet und konnte
noch die Schlüssel für das Vereinsheim organisieren. Nach kurzer Beratung wurde der
„Käsbauer“ als Übernachtungsmöglichkeit ausgewählt. Der Fußmarsch vom Flugplatz zum
Gasthof wird mit 20min angepeilt. Dank der freundlichen Chamer, die alle Gasthöfe der
Gegend kennen, u.a. auch den Schneebauer, konnten wir den Weg zum Käsbauer ausfindig
machen. Dort angekommen ging es gleich in den Biergarten zur Stärkung mit Speis und
Trank. Gut, dass alle dicke Jacken mitgenommen hatten, denn der Böhmische Wind bläst
stark und kühlt deutlich. Das Gute daran: Aller Regen wird vertrieben und das Wetter bleibt
schön. Nachdem die Gastwirtin auch noch überzeugt werden konnte, dass mit dem
Segelflugzeug nicht nur im Kreis um den Flugplatz geflogen wird, wie es ihrer Erfahrung
nach die Chamer Segelflieger tun, ging es ab in die Falle zum Schlafen. An diesem Tag haben
wir 2450km zurück gelegt.

Der nächste Tag, 04.07. beginnt mit schönem blauen Himmel. Rasch wird gefrühstückt und
wir laufen zum Flugplatz. Dort angekommen werden die Maschinen vorbereitet und das
Wetter gecheckt. Die Route steht schnell fest: über Bayrischen Wald und Mühlenviertel nach
Südosten, Querung des Donautals zwischen Linz und Wien und Einstieg in die Alpen. Dann
mal sehen wie spät es ist und wie weit wir nach Westen noch voran kommen. Ich dar als
Erster starten, Günther kommt per F-Schlepp hinterher, Sepp und Hans per Eigenstart. Wir
treffen uns alle am großen Arber und fliegen ab. Eine ASW15 will mithalten, kommt jedoch
schon bei 150km/h nicht wirklich hinterher. Wie gut, dass wir so schöne Flieger haben ☺ Die
Wolken bringen gutes Steigen, und der Weg führt uns aus Deutschland heraus entlang der
Grenze Tschechien / Österreich. In Tschechien wir der Stausee Vodni Nadrz Lipno westlich
umflogen. Östlich vom Linzer Luftraum halten wir uns südlich mit direktem Kurs zur Donau.
Die Basis ist bei 2800m, so dass die Überquerung des Donautals möglich erscheint. Nun steht
langes Gleiten bevor mit Kursrichtung Mariazell. Im gesamten Donautal ist die Luft wie tot,
kein Zucker. Die ersten Berge kommen endlich näher, der Höhenmesser neigt sich schon
deutlich nach unten. Die Vorberge bringen keine Thermik, auch ich bin noch hoch genug, um
darüber zu springen. Die nächsten Greten machen mit Turbulenzen Hoffnung. Siehe da, es
entwickelt sich doch auch hier Thermik! Nach 1300 abgeglittenen Höhenmetern steige ich
nun wieder. Wir sammeln uns und starten einen Ausflug Richtung Osten bis zur Rax. Dort
beginnt der Wiener Luftraum, so dass wir umdrehen und Kurs Richtung Westen fliegen. Über
Niederöblarn sind wir noch viel zu früh zum Landen, so dass wir uns entschließen noch
weiter zu fliegen. Zwischen Salzachtal und Hauptkamms geht es Richtung Westen. Am
Gerlos möchten wir nochmals Höhe machen um dann in Innsbruck zu landen. Doch der
Gerlos enttäuscht. Sepp und Hans kommen nicht hoch, Günther und ich können unsere Höhe
gerade so halten. Für Sepp und Hans ist Innsbruck in Reichweite, jedoch ohne Reserve. Beide
fliegen ab und nehmen mit Innsbruck Radar Kontakt auf. Der Kontroller wollte Sepp noch
warten lassen, hat dann jedoch ein Einsehen, da auch er eine Außenlandung vermeiden
möchte. Günther und ich sind vom Kontroller angehalten zu warten und bauen langsam aber
sicher über 20min unsere Höhe stetig ab. Nun wird abgeflogen und wir erhalten die Freigabe
zum Einflug in die Kontrollzone. Entlang des Inntals Richtung Innsbruck wird die Höhe
immer knapper, so dass wir am Hang nochmals ein paar Meter in der Abendthermik kurbeln.
Endlich erreichen wir den Tower und queren die Hauptbahn zur Segelflugpiste. Alle landen
glücklich in Innsbruck nach 2550km. Damit wäre nun der schwierigste Teil für heute
geschafft. Falsch gedacht: Es fehlt noch eine Übernachtungsmöglichkeit! Nach endlosen
Telefonaten und einem sich bedenklich dem Ende neigenden Handy-Akku wird doch noch
eine Suite in Zirl gefunden, in der 4 Personen übernachten können. Genau passend für uns!
Bleibt nur noch das Verlassen des Innsbrucker Segelflugplatzes. So einfach ist es nicht, denn
wir müssen jemanden finden, der uns mit durch den Checkpoint mit nach draußen nimmt.
Zum Glück sind noch ein paar Segelflieger da, so dass wir uns sogar das Taxi sparen können
und zum Hotel gebracht werden. Im Hotel angekommen werden die Betten verteilt: Günther
und ich im Nebenzimmer, Sepp und Hans im Hauptzimmer. Nach einem guten Essen steht
einer Entspannten Nachtruhe nichts mehr entgegen. Genauer gesagt, es steht ihr für Günther,
mir und Hans nichts mehr entgegen. Sepp darf sich das mächtige Schnarchen seines Bruders
anhören und beschließt die Nachtruhe auf dem Balkon zu bevorzugen. Dies ist jedoch auch
nur möglich, wenn er alle Fenster und Türen zu der Suite schließt, sonst erklingt weiterhin gut
hörbar das vertraute Schnarch-Geräusch.

Am nächsten Morgen sind fast alle ausgeschlafen, und die Pläne für den 05.07. können
geschmiedet werden. Zuerst jedoch ein ausgedehntes Frühstück am gut sortierten Buffet. Mit
Daun kann es jedoch bei weitem nicht mithalten. Satt wird trotzdem jeder von uns.
Nun geht es per Taxi zum Flughafen. Wichtig ist, dem Taxifahrer genaue Instruktionen
zugeben, da wir zum Segelfluggelände möchten und nicht zur General Aviation oder zur
Passagierabfertigung. So gelingt es uns zum Segelflug-Checkpoint zu gelangen. Dort erwartet
und bereits ein Innsbrucker Segelflugkollege, der uns durch den Checkpoint begleitet. Ohne
ihn wäre ein Betreten des Segelfluggeländes nicht möglich. Wir alles müssen nun unser
Gepäck durchleuchten lassen, durch den Metalldetektor gehen und uns abtasten lassen. Bei
Hans hat der Metalldetektor angeschlagen, er konnte sein Taschenmesser jedoch dank
Knieprothese retten. Nach der erfolgreichen Kontrolle hat jeder eine Bordkarte erhalten, damit
jeder auch wieder in sein Segelfugezug einsteigen darf. Hier wollte ich keine allzu langen
Diskussionen mit der Security starten um die bisher für mich ungeklärte Frage der Bordkarte
zu lösen: Wenn ich nun als Passagier mit der Bordkarte mein Flugzeug betrete, kommt dann
noch ein Pilot? Wie passt der noch in den Discus hinein? Egal, dann starte ich eben ohne Pilot
ganz alleine in meinem Discus, so hat es bisher auch schon immer ganz passabel funktioniert.
Wer glaubt dies seinen die großen Herausforderungen gewesen, der irrt. Nachdem die
Segelflugzeuge startklar gemacht wurden ist auch schon um 12:30 Uhr die Winde aus dem
Hangar gefahren worden. Meine Anmerkungen und Bedenken zu Günther über die Bauart
und das Alter der Winde hat er geschickt beiseite gewischt, denn es kommt nur auf den
Windenmotor an. Der Rest ist unerheblich. Frohen Mutes habe ich daraufhin meinen Flieger
Richtung Start gezogen. Alle vier von uns haben sich für den Windenstart entschieden, da bei
Eigenstart auf der Hauptbahn Flugplanpflicht besteht und erhebliche Startgebühren anfallen.
Die Startreihenfolge war auch klar festgelegt: zuerst die Vereinsflieger, dann die
Wandersegelflieger. Nach dem Windenstart links abdrehen und an den Hang, der wird dann
tragen. Na gut, also die Einheimischen beobachten wie sie abfliegen. Gegen 13:30 Uhr ist
dann Sepp mit dem Arcus gestartet. Ein sehr abenteuerlicher Windenstart, Rollstrecke
deutlich über 100m, mehrere Hüpfer bevor der Flieger abgehoben ist und dann wie ein
Wassersack an der Winde hängt. Immerhin hat er dann doch gute 200m Starthöhe erreicht bei
1100m Seillänge. Günther hatte schon Recht, es kommt bei der Winde nur auf den
Windenmotor an! Hans ging es mit Antares kaum besser. Beide haben es trotzdem geschafft
am Hang einzusteigen. Mit dem Discus habe ich etwas mehr Höhe bekommen, so dass ich
bequem zum Hang leiten konnte. Günther, der als letztes von uns starten wollte, durfte sich
eine gute halbe Stunde in seinem Flieger bei eigentlich geschlossener Haube saunieren. In
Innsbruck kann nur geschleppt werden, wenn der Tower per Lichtzeichen sein ok gibt. Wenn
er anfliegende, abfliegende oder sonstige Bewegungen hat, muss beim Windenstart gewartet
werden. Da es jedoch jeden Moment losgehen kann, muss der Segelflieger stets startklar sein,
also eingeklinkt und Haube schlossen. Günther durfte sich mehrere Starts und Landungen von
der Winden-Startstelle aus ansehen, bevor er dann endlich geschleppt wurde. Im Nachhinein
hat sich heraus gestellt, dass ein Vereinskamerad vom Geratshof gerade ein paar
Schulungsflüge durchgeführt hat und damit Günther hat ordentlich schwitzen lassen,
womöglich noch mehr als den Flugschüler.
Nachdem endlich alle in der Luft waren und am Hang gestiegen sind, haben wir uns
gesammelt und den angebrochenen Tag für Ausflüge in den Alpen genutzt. Es ging über die
Mieminger ins Kaunatal zum Gletscher, entlang der Weißseespitze und Wildspitze nach
Osten bis nach Sölden. Von dort über Sterzing in die Dolomiten zu den drei Zinnen. Die drei
Zinnen haben wir nur von weit oben gesehen, so richtig gut kommen die drei Zinnen erst
beim Vorbeiflug auf halber Höhe. Das haben wir uns für das nächste Mal aufgehoben. Beim
Rückflug über den Hauptkamm zur Nordseite hatten wir uns aufgeteilt: Sepp und ich sowie
Günther mit Hans. Sepp und ich sind östlich vom Großglockner über den Pass gesprungen.
Zum Glück hat mein Discus ein Einziehfahrwerk, denn sonst hätte ich mit dem Rad auf dem
Pass aufgesetzt. Voller Hoffnung auf Thermik ging der Vorflug auf der Nordseite des
Hauptkammes weiter. Leider hatten sich alle Aufwinde gut versteckt, so dass ich bei einer
Greten-Querung abdrehen musste, die Sepp noch überfliegen konnte. Nach mühsamen
Hangflug in minimalem Steigen einer schönen sonnenbeschienenen und dem Wind
ausgesetzten Charte konnte ich wieder über Grat kommen und thermisch die letzten 75km bis
Niederöblarn fliegen. Günther und Hans hatten auf der Südseite nochmals bis 3800m kurbeln
können und konnten den Hauptkamm problemlos queren und nach Niederöblarn abgleiten.
Wie langweilig, da war mein Flug doch viel aufregender! Insgesamt sind wir an diesem Tag
1600km geflogen.
In Niederöblarn war gerade Wettbewerb und Richi vom Geratshof hat teilgenommen. Somit
konnte er uns im Vorfeld bereits eine Übernachtungsmöglichkeit direkt am Flugplatz
organisieren. Am Flugplatz ist ein Sportzentrum mit Hotel, so dass Schwimmbad, Sporthalle
etc. für die unterschiedlichsten Sportarten zur Verfügung stehen. Nach einem einfachen
Abendessen war noch geselliges Beisammensein mit den Wettbewerbsteilnehmern angesagt.
Der 06.07. startete mit einem Frühstück und anschließendem Wettbewerbs-Briefing, an dem
wir teilnehmen sollten bzw. mussten. Hans hat die Aufgabe bekmmen, in dem Briefing von
unserem Wandersegelflug zu berichten, um so den Wettbewerbs-Teilnehmern das wahre
Segelfliegen näher zu bringen.
Dank der kooperativen Wettbewerbsleitung konnten wir Wandersegelflieger vor dem
Wettbewerbsfeld gegen 10:30 Uhr starten. Thermik war schon vorhanden, und so ging es
gleich Richtung Westen weiter. Heute sollte nicht getrödelt werden, da für den frühen
Nachmittag bereits Gewitter angesagt sind. Also auf zum Dachstein, weiter zu Zell am See,
über Innsbruck zum Karwendel Gebirge. Dort habe ich schon nasse Flächen bekommen,
Dank ausreichender Basis stand dem Endanflug zum Geratshof jedoch nichts mehr im Wege.
Dieser Tag bescherte uns nur 800km.
Diesen Tag und den Wandersegelflug haben wir bei einem deftigen Abendessen ausklingen
lassen.
Insgesamt sind wir zusammen in den 5 unvergesslichen Tagen 9000km mit dem
Segelflugzeug geflogen. Und dies in Deutschland und den unmittelbar angrenzenden Ländern
Tschechien, Österreich und Italien.
Eines steht jedoch für alle jetzt schon fest:
Wandersegelflug 2020 ist bereits fest gebucht!


Wandersegelflug 2019 - Bericht Nr. 2 aus der Sicht von Martin


Wandersegelflug: Ein Kurztrip
Nachdem unser Wandersegelflug vom 02.07. – 06.07. aufgrund des aufkommenden
schlechten Wetters beendet werden musste, haben sich Sepp, Hans und ich entschieden, das
sich anbahnende Wetterfenster vom 09.07. – 10.07. für einen Kurztrip zu nutzen. Alle hatten
noch Urlaub bzw. sind dank Erreichen der Altersgrenze bereits im „Dauerurlaub“. Somit
stand dem Vorhaben nichts mehr im Wege.
Die Wettervorhersage lässt keine Flüge in die Alpen zu, also geht es eben nach Norden.
Nördlich Thüringer Wald ist auch schon wieder Schluß, somit ist das Fluggebiet schon
abgesteckt. Doch wo übernachten? Mal den Feuerstein ausprobieren! Dort war noch keiner
von uns gelandet, und so stand das Ziel fest.
Gestartet wurde am 09.07. gegen Mittag. Der Discus ging per Winde in die Luft und wurde
daraufhin auch gleich von der Bundeswehr kontaktiert: Die Bundeswehr hatte Angst um Ihre
Fallschirmspringer, die abgesetzt wurden und sich im Sinkflug auf die Landestelle am Lech
befanden. Obwohl ich ganz friedlich mit dem Discus gekurbelt habe und auch sonst keine
bösen Absichten hatte, verhalte ich mich kooperativ und verlasse das Thermik Richtung
Norden.
Hans und Sepp sind wenige Minuten später in der Luft und unser Kutztrip kann beginnen.
Immerhin ist das Wetter besser als bei unserem Start am 02.07., so dass wir deutlich zügiger
voran kommen. Es geht Richtung Norden mit Ziel Aalen. Wir verlieren uns etwas aus den
Augen und jeder fliegt für sich. Bei Aalen verabreden wir uns und kommen auch alle wieder
zusammen. Von dort geht es über Rothenburg entlang der westlichen Grenze des Nürnberger
Luftraumes nach Bamberg. Es ist praktisch zu 100% bedeckt, trotzdem liegen die Steigwerte
bei 2m/s. So macht das Fliegen Spaß, auch wenn es furchtbar kalt ist. Weiter zum Thüringer
Wald, der gar nicht gut aussieht. Der Plan einen Abstecher zur Wasserkuppe zu machen wird
verworfen, die Wolken und die Wetteroptik sehen alles andere als gut aus. Was tun mit dem
angefangenen Tag? Dann doch noch etwas Richtung Osten fliegen. Immerhin stehen nordöstlich
vom Thüringer Wald noch schöne Wolken. Gesagt – getan. Es geht los über den
Thüringer Wald bei Sonneberg Richtung Nord-Osten. Allerdings auch nicht allzu weit, da die
Abschirmung stärker wird und kein einziger Sonnenstrahl mehr den Boden erreicht. So
beschließen wir, Richtung Feuerstein zu fliegen. Dies gelingt auch gut, nur einmal mussten
wir länger nach Thermik suchen um nicht abzusaufen. Am Feuerstein kommen wir sehr früh
an, landen jedoch trotzdem. Wer weiß was uns erwartet. Die Landung erfolgt auf Asphalt, am
besten im aufsteigenden Ast der Bahn aufsetzen, bevor die Bahn abschüssig wird. Der Tower
gibt auch gleich noch eine Anweisung, wann über Gras abgerollt werden soll, damit die
Segelflieger direkt bis zum Restaurant durchrollen können. Das hat wunderbar funktioniert!
Nach dem Aussteigen ist auch gleich Michael Zistler gekommen und hat Fotos und ein
Interview mit uns gemacht, das er auf die Homepage vom Feuerstein stellen möchte. Zwar
waren erst einen Tag zuvor 3 Wandersegelflieger aus Österreich zum Feuerstein gekommen,
jedoch wer weiß wann die nächsten Wandersegelflieger den Feuerstein ansteuern werden. Der
Tower hat auch noch gleich von oben aus seinem Fenster gerufen, damit wir alle zu ihm
schauen und er ein schönes Foto machen kann. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen, die
Crew vom Feuerstein hat uns gleich ein Zimmer reserviert, Dieter hat uns sein Auto geliehen,
im Restaurant wurden wir angemeldet, damit wir auch noch etwas zum Essen bekommen.
Alles hat perfekt funktioniert. Der Sicherheitsbeauftragte vom Luftamt-Nord hat uns auch die
Wahl gelassen, ob wir sofort alle Papiere zeigen oder erst am nächsten Tag vor dem Abflug.
Wir haben uns für das Essen entschieden und den Papierkram auf den nächsten Tag
verschoben. Von der Terrasse des Restaurants hat man einen wunderschönen Blick nach
Westen inklusive Sonnenuntergang, da der Feuerstein an einer Geländekante liegt und somit
der Fernsicht nichts im Wege steht.
Nach dem Riesenschnitzel ging es per Auto zur Übernachtung zum Pfister. Wir haben uns
strikt an die Anweisungen von Dieter gehalten und sein Auto nicht abgesperrt, wer weiß,
vielleicht hätten wir es nicht wieder auf bekommen.

Der 10.07. beschert uns ein wunderbares Wetter, die ersten vernünftigen Wolken sind bereits
ab 9:00 Uhr zu sehen. Pünktlich um 9:30 Uhr findet das Briefing statt, außer uns
Wandersegelfliegern ist nur ein weiterer Pilot dabei. Die Route wird festgelegt: Wir fliegen
den Bayrischen Wald nach Süd-Osten bis zum großen Arber, dann über Passau nach Bad-
Ischl über die Seenlandschaft und anschließend zurück zum Geratshof.
Die Flieger werden per Golfcar an den Start gezogen, die Schleppmaschine steht auch schon
für den Discus bereit und es kann noch vor 11:00 Uhr lokal gestartet werden. Zügig geht es an
der Burg Feuerstein vorbei entlang der fränkischen Schweiz, nördlich von Grafenwöhr nach
Erbendorf. Von dort den aus letzter Woche bekannten Kurs entlang des Bayrischen Waldes
bis zum großen Arber. Bei der tollen Wolkenthermik alles ein Kinderspiel. Vom großen Arber
weiter nach Passau, der 3-Flüsse Stadt. Die großen Flüsse Donau und Inn sind gut zu
erkennen, da übersicht man leicht die kleine Ilz. Die Donautal Querung sieht auch einfach aus,
es stehen viele gut aussehende Wolken auf Kurs. Über Schärding geht es nach Österreich zum
Attasee. Die Landschaft mit Attasee, Traunsee, Mondsee, Wolfgangsee sieht wunderbar aus,
wenngleich ich mir die Landschaft im Moment viel lieber aus einer etwas größeren Höhe
ansehen würde. Die Thermik trägt bis 2000m, das ist nicht allzu viel in den Bergen. Hans hat
es besser erwischt und ist ein paar hundert Meter höher. Ich gleite zusammen mit Sepp weiter
Richtung Süden, muss jedoch bei einem Grant abbiegen weil ich zu tief bin. Ich kann gerade
noch bis zur Tauernautobhan gleiten und muss mich dort in 1500m bei Gasthofberg wieder
hoch basteln. Das dauert, Sepp ist so gnädig und wartet oben an der Basis auf mich. Er hatte
zwischenzeitlich einen deutlich besseren Bart erwischt. Hans war sowieso schon auf und
davon, nachdem er den Einstieg in die Berge höher genommen hatte als Sepp und ich. Nach
gefühlten Stunden kam ich endlich auch wieder an der Basis an und es konnte weiter gehen.
Heute soll es nur noch zurück zum Geratshof, das schaffen wir auf alle Fälle. So geht es nun
über den Hochkönig weiter nach St. Johann. Der Wilde Kaiser spendet einen tollen Aufwind,
von tief unter der Hangkante bis weit über den Grat. So macht es Freude! Nun die Frage:
Inntal oder Vorberge nutzen um zum Geratshof zu fliegen? Inntal hatten wir erst letzte Woche
genommen, dann heute demnach die Vorberge. Es gibt noch ein paar zarte Wölkchen über
den Bergspitzen, so dass auf alle Fälle noch mit Thermik zu rechnen ist. Über der Tegernseer
Hütte, die schön eingebettet ist von 2 Bergspitzen deren Namen ich vergessen habe, geht es
wieder hinauf bis an die Basis. Am Walchensee entscheiden wir uns einen Abstecher ins
Karwendel und zum Wetterstein Gebirge zu unternehmen. Es sind nur -200m auf den
Geratshof, dass sollte kein Problem sein. Vorbei am Wettersein zum Scharchenhaus und
weiter zur Zugspitze. Die Zugspitze westlich umflogen, über die Seilbahn gehüpft und …
keine Thermik gefunden. Das Loischtal ist komplett abgeschattet. Weiter vor an den nächsten
Hang. Auch hier geht nichts. Wir sind noch 1900m, da fehlen noch einige Meter bis zum
Geratshof. Was tun? Zurück zur Zugspitze. Was ein Glück, es blubbert an dem Westhang der
Zugspitze. Zwar kein richtiger Hangwind, aber immerhin ein paar thermische Ablösungen.
Die können zwar nicht ausgekurbelt werden, im Hangflug bringen sie trotzdem etwas Steigen.
Also den Westhang der Zugspitze hin- und herfliegen. Mal keinen einzigen Meter beim hinund
herfliegen gemacht, dann mal 50m. Je nachdem, ob gerade eine Blase aufsteigt. Es bleibt
spannend, die Höhe reicht immer noch nicht. Nach endlos scheinenden 30min sind 500
Höhenmeter gewonnen. Abflug Richtung Geratshof. Es fehlt nicht mehr viel, ein Bart und wir
sind zu Hause. Abgleiten über den Eibsee nach Schloss Lindenhof. Dort habe ich etwas
Steigen. Sepp ist etwas tiefer und weiter nach Norden geflogen. Auch er findet Steigen. Wir
treffen uns in seiner Thermikblase, die Höhe reicht, wir können abgleiten zum Geratshof.
So sind wir nach 8h Flugzeit und einem ungeplanten, jedoch äußerst spannenden letzten Teil
des Fluges wieder sicher und gut gelandet. Hans hat einen anderen Flugweg gewählt und
kommt wenige Minuten nach uns zur Landung. Jetzt sind wir wieder beisammen.
Nach dem Aufräumen der Flugzeuge geht es noch zum gebührenden Abendessen. Jens kann
unsere spannenden Berichte kaum abwarten und kommt spontan mit. Vielleicht hat er
nächstes Jahr Zeit, um beim Wandersegelflug dabei zu sein.
Für uns steht fest: Wandersegelflug ist mit Abstand das schönste Segelfliegen.
Wandersegelflug 2020: Wir kommen!

 

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